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 Probleme mit der CONRAD-Station 

Probleme bei der Messung mit der CONRAD-Wetterstation/ Aktuelles zur Wetterstation 

Die von uns verwendete Wetterstation von Conrads electronic stellt einen Nachbau der Feger- Wetterstation I dar und wird dato noch vertrieben. Die Betreuung der Schulen durch das Elektronikversandhaus ließ unserer Meinung nach zu wünschen übrig (1996 bis 1999). Erst im Februar 2000 haben wir mit einem Mitarbeiter der Firma sprechen können, der uns detailliert zu Problemen Auskunft gegeben hat.

Auf unserer ersten bundesweiten SWN- Tagung haben wir in einem Erfahrungsaustausch nachfolgend aufgeführte Probleme mit der Station zusammengetragen und möchten auf diese ausdrücklich hinweisen (grün). Die Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Auch traten nicht alle genannten Schwierigkeiten bei allen SWN- Teilnehmern auf. Die technische Kundenbetreuung hat uns auf die genannten Fragen geantwortet. Diese finden Sie nachfolgend. Bei weiteren technischen Fragen an die Firma Conrad schicken Sie bitte eine Mail mit dem Vermerk "Schulwetternetz".

Eigene Erfahrungen
Beim Anschalten der Wetterstation ist eine besondere Reihenfolge zu beachten (1. Spannungsversorgung Station, 2. Messrechner mit Software, 3. Datenkabel an der Wetterstation als letztes anschließen) 
Die Spannungsversorgung sollte sehr konstant sein (12 V). Die Wetterdaten werden von der Station falsch aufgenommen, wenn die Betriebsspannung zu klein ist. Wir empfehlen die Betreibung der Anlage mit einem Netzteil und einer unterbrechungsfreien Stromversorgung. 
Die Funkübertragung funktioniert nur sehr schlecht. Oft ist die regelmäßige Übertragung der Daten instabil. Die Übertragung in Computerräume ist wegen fehlender Abschirmung fast unmöglich. Wir empfehlen ein abgeschirmtes Kabel zur Datenübertragung. 
Die Anlage ist sehr gewitteranfällig. Eine Abschirmung mit einem Drahtgehäuse ist zu empfehlen.
Während der laufenden Messung sind Kanalverschiebungen möglich. Abhilfe schafft hier nur ein Anhalten der Anlage mit anschließendem Hochfahren. 
Wir raten von der Verwendung der mitgelieferten Software Telemet ab. Die Aufnahmedatei ist während der Messung immer offen, so dass das Risiko des Datenverlustes besteht. Außerdem kann man die gemessenen Werte nicht zeitgleich mit der Messung einsehen. Die Daten können beim Abschauen über Telemet ohne Rückfrage durch das Drücken der Play- Taste gelöscht werden. Das Programm ist netzwerkuntauglich. Bei der Verwendung von Windows 3.11 besteht Absturzgefahr bei Minimierung des Fensters und laufender Messung. Wir empfehlen als alternatives Programm die in Arbeit befindliche Software "Wolke 2.0". 
Wir empfehlen, um die Station unbedingt ein gut belüftetes weißes Wetterhäuschen zu errichten. Die Temperaturdaten sind sonst selten zu gebrauchen (Aufheizeffekte). 
Der Niederschlagsmesser besitzt eine zu große Auflösung, womit Verdunstungsprobleme einhergehen. Es besteht Frostgefahr. Es können bei Messungen unter Umständen temporäre Anzeigen von 255 auftreten. Oft misst der Niederschlagsmesser ohne Niederschlag Grundwerte von 2mm, die man über die Software korrigieren muss. 
Der Windmesser ist sehr rotationsfreudig (böhenanfällig) und lässt sich schlecht justieren. Befindet sich der Windgeschwindigkeitsmesser im Stillstand, werden oft falsche Werte von über 2000 km/h angezeigt, weil durch die ungünstige Lage des Reedkontaktes mehrere Impulse erzeugt werden. 
Der Windrichtungsmesser erfasst bei Nord einen Bereich von ca.10° nicht.

Statements von CONRAD-electronics
Das Anschalten bzw. die Reihenfolge beim Anschalten der Wetterstation begründet sich darin, dass die Wetterstation, wird Sie zuerst an dem PC angesteckt, die Versorgungsspannung aus der Schnittstelle zieht.
Insbesondere bei neueren Rechnern liefern die seriellen Schnittstellen nicht mehr genügend Spannung bzw. Strom, um die Wetterstation richtig mit Spannung zu versorgen.

Bei älteren Rechnern oder Rechnern mit seriellen Steckkarten kann es durchaus  sein, dass die Wetterstation auch funktioniert, wenn diese Reihenfolge nicht eingehalten wird.

Um jedoch hier nicht Gefahr zu laufen, dass es zu einem Absturz des Prozessors wegen zu geringer Spannung kommt, sollte immer erst die Versorgungsspannung an der Wetterstation angeschlossen werden.

Wir empfehlen hier auch ein sehr gut stabilisiertes Netzgerät, dass über entsprechend gute Siebung und über große Kondensatoren zur Stabilisierung verfügt. Da kurze Störimpulse oder kurze Spannungsausfälle sehr häufig die Wetterstation zum Absturz bringen können, empfehlen wir am Spannungsausgang zusätzlich
Kondensatoren (ca. 4700 µF)  anzubringen. Dies hilft dazu, diese kurzzeitig auftretenden Einbrüche der Spannung abzufangen und zu verhindern, dass sich die Wetterstation in einen unzulässigen Zustand läuft.

Sinnvoll ist es auch Kondensatoren in der Grösse 10nF zur Unterdrückung von Spannungsspitzen einzusetzen.
Die Funkübertragung wird unter Umständen durch Monitore, Laptops, Computer gestört. Vielfach senden diese Geräte genau auf der 433 MHz-Funkübertragungsstrecke entsprechende Störsignale aus. Wir empfehlen, den Empfänger über ein ca. 2 bis 5 m langes Kabel mit dem PC zu verbinden. Der Empfänger sollte hier möglichst weit vom PC bzw. vom Monitor entfernt werden. Nach dieser Modifizierung haben wir besonders gute Ergebnisse erzielt. Die auftretenden Störungen konnten damit nahezu  100 % unterdrückt werden.
Da die Conrad-Wetterstation mit einem Plastikgehäuse ausgestattet ist, kann es sein, dass durch sehr starke Induktionsfelder die auch bei Gewittern auftreten, die Anlage gestört werden kann. Soll dies unterbunden, kann die Wetterstation zusätzlich in einem metallischen leitendem Gehäuse
untergebracht werden. Möglichst viele Punkte der Masse der Wetterstation sollten dann mit diesem

metallisch leitendem (HF-dichten) Gehäuse verbunden werden. Die Schirmung mit einem Drahtgehäuse bzw. Drahtgeflecht kann hier sicher auch eine Reduktion der Störung hervorrufen. Aber auch sollten viele Punkte der Wetterstations-Masse mit dem Drahtgeflecht verbunden werden.
Kanalverschiebungen bei laufenden Messungen konnten in unserem Hause auch nach eingehenden
Versuchen nicht festgestellt werden. Unter Umständen handelt es sich auch hier um Einstreuungen durch Induktionen aus der Umgebung. Die Conrad-Wetterstation sollte so aufgestellt werden, dass Sie möglichst nicht in der Nähe von großen Induktionsfeldern ist. Induktionsfelder können von Motoren, Schützen oder elektrischen Großverbrauchern ausgehen. Die Wetterstation sollte auch nicht an der selben Phase, aus denen solche Großverbraucher versorgt werden, betrieben werden.
Die mitgelieferte Software Telemetrie öffnet beim Beginn der Messung die jeweilige Datei. Hintergrund war laut unserer Programmierer, dass die Datenerfassung dauernd ablaufen kann, das heißt, unabhängig von der eingestellten Abtastrate an der Wetterstation kann die Software Telemet dauernd Daten erfassen. Theoretisch könnte die entsprechende Datei zwar erst geöffnet werden, wenn Daten an der seriellen Schnittstelle geliefert werden, Versuche haben jedoch gezeigt, dass insbesondere bei Rechnern mit Schnittstellen mit keinem oder wenig FIFO-Puffer diese Daten verlorengehen können. Das heißt, es könnte sein, dass diese nur bruchstückhaft oder fehlerhaft überliefert werden. Um dieses Problem zu umgehen, wird die Datei dauern geöffnet. Nachteil hierbei ist natürlich, dass, wenn sich der Rechner aufhängt, die Datei unter Umständen
zerstört ist. Wir empfehlen hier, unter Umständen täglich eine entsprechende Speicherung durchzuführen.

Leider ist bei der jetzig zu beziehenden Telemet 2.09 keine Software-Revision mehr zu erwarten. Die Software ist laut Auskunft unserer Programmierer weitgehendst lauffähig. Wir empfehlen generell, die erfassten Daten in eine Tabellenkalkulation wie Excel oder ähnliche zu übernehmen. Hier sind dann weiterführende Auswertungen bzw. das Erstellen von Diagrammen ohne Probleme möglich. Selbstverständlich können auch andere Softwareprodukte wie Ihr Programm "Wolke 2.0" verwendet werden. Das Telegramm, dass von der Wetterstation geschickt wird, ist offen und wird im Hilfetext der Software dokumentiert.
Generell sollten Wetterstationen in gut belüfteten Gehäusen untergebracht werden, da es sonst zu trägen Verhalten kommt. Auch in der professionellen Wettermesstechnik werden immer gut durchlüftete Wetterhäuschen aufgestellt. Es verhält bei der Conrad-Wetterstation nicht anders.
Das von Ihnen beschriebene Problem beim Niederschlagsmesser konnte nicht simuliert werden. Theoretisch ist es natürlich, dass beim Auftreten von großen Niederschlagsmengen und dann auftretender Frostgefahr Teile im Niederschlagsmesser einfrieren und entsprechende falsche Messwerte liefern. Bei sehr niedrigen Temperaturen kleiner minus 10°C kann es zu Verspannungen in den Plastikteilen des Niederschlagsmesser kommen, wodurch die Messwerte falsch weitergegeben werden. Unter Umständen kann der Niederschlagsmesser entsprechend frostfrei aufgestellt werden. Sinnvoll erscheint uns auch das nachträgliche beheizen mit entsprechenden Heizfolien oder im einfachsten Fall mit einem Zementwiderstand entsprechender Leistung. Bei auftretenden falsch angezeigten Messwerten in anderen Fällen empfehlen wir ,den entsprechenden Niederschlagsmesser bei der Firma Conrad zu reklamieren, um diesen gegebenenfalls auszutauschen.
Bei dem Windgeschwindigkeitsmesser haben sich verschiedene qualitativ Probleme eingestellt. Sollte sich zeigen, dass die ungünstige Lage des Reed-Kontaktes mehrere Impulse, bei einer Umdrehung, erzeugt, so kann versuchsweise am Impulseingang ein 150 nF-Kondensator parallelgeschalten werden. Mit diesem Kondensator konnten sehr häufig die Störungen beseitigt werden. Bleibt der Reed-Kontakt "kleben" hilft nur der Austausch des kompletten Windmessers. Wir empfehlen auch hier den Windmesser mit entsprechender Kaufrechnungskopie und Fehlerbeschreibung an die Kundendienstabteilung der Firma Conrad Electronic einzusenden.
Im Windrichtungsmesser wurde ein Potentiometer eingebaut, mit dem es nicht möglich ist, einen kleinen Bereich im Norden zu erfassen. Aus Kostengründen wurde diese Variante gewählt. Ein 360° Potentiometer hätte eine drastische Verteuerung des Windrichtungsmessers bedeutet und die Justage vor Ort sehr stark kompliziert. Da aus nördlicher Richtung kaum Winde zu erwarten sind, wurde diese Variante gewählt. Soll hier genauer gemessen werden, muss unter Umständen ein Windrichtungsmesser eines anderen Herstellers
eingesetzt werden. Er muss in jedem Fall an seinem Ausgang eine Spannung in der Größenordnung von 0

bis 5 V ausgeben.


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